Island Trekking 2010: Hornstrandir – Von Hornvik nach Hesteyri

Tag 1: Anreise nach Reykjavik (Fr, 13.08)

Fahrräder am Flughafen

Fahrräder am Flughafen

Gerade aus der Arbeit gekommen und nur noch gut eine Stunde Zeit – Stress! Es ist noch nicht alles gepackt, weil uns die Toppitz Zipper gestern Abend nicht gereicht haben. D.h. den restlichen Teil der Nahrungsmittel schnell umtüten, in die Rücksäcke stopfen und die Wohnung urlaubsfertig machen.
Jetzt aber schnell zum Bahnhof. Da die Rucksäcke nur schnell (und ungünstig) gepackt sind, läuft es sich miserabel. Der Zug hat Verspätung – war ja klar. Unsere gute Deutsche Bahn – stets pünktlich…
In Frankfurt am Flughafen angekommen, geht’s zu Terminal II und zum Checkin. Neben dem Checkin von Icelandair sind vor allem Airlines nach Dubai und in die Arabischen Emirate zu finden. Die Island-Touristen sind jedoch deutlich aus der Menge zu erkennen: Vor uns fünf Kerle mit verpackten Mountainbikes (wie wir später erfahren, radeln sie durch das Hochland von Akureyri bis zum Flughafen in Kevlavik), hinter uns Leute mit Zelten, großen Rucksäcken etc. Die Dubai-Touristen sehen da ganz anders aus mit Ihrem Köfferchen und den häufig stark überschminkten weiblichen Begleitungen. Beim Gewicht der Rücksäcke liegen wir zusammen bei 45kg – die Dame am Checkin war jedoch kulant. Im Dutyfree-Bereich nach der Personenkontrolle war um etwa 21:00 Uhr nicht mal mehr ein ordentlicher Kaffee aufzutreiben – der Kaffeeautomat musste also herhalten.
Der Flug war entspannt. Wir sind zm 0:20 (Ortzeit) angekommen. Island liegt in der GMT-Zeitzone. D.h. -2h Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit.

Nahrungsmittel für Hornstrandir-Tour

Nahrungsmittelvorrat für die Hornstrandir-Tour

Am Kevlaik-Airport gint’s nach dem Geldwechseln mit dem Bus weiter nach Reykjavik: 2.500 ISK pro Person bis nach Reykjavik inkl. einem Shuttlebus direkt zum Hotel. Etwa um 3:00 Uhr nachts kommen wir endlich im Hotel an. Wir hatten bewusst auf ein Hotel mit 24h Rezeption achtet und uns zur Sicherheit vorangemeldet. Daher klappt auch alles reibungslos. Wir haben uns für das Fosshotel Sudurgata entschieden. Die müde aussehende Rezeptionistin check uns ein und sagt uns noch, wo wir um diese Zeit etwas zu essen bekommen: Im 10/11 Store etwa 10min entfernt. In Frankfurt gab’s nach der Personenkontrolle nichts zu essen und im Flugzeug haben wir’s verschlafen.
Frühstück gibt’s von 7-10 Uhr. Also nix mit ausschlafen. In Deutschland wäre es als wir ins Bett kommen bereits 6:00 Uhr morgens. Also höchste Zeit für’s Bett!

Tag 2: Erledigungen in Reykjavik (Sa, 14.08)

Whale-Watching

Whale-Watching Tour

8:00 Uhr, der Wecker klingelt… Unschön nach der kurzen Nacht. Ok – erstmal frühstücken. Trotz lediglich des 2-Sterne Hotels ist das Frühstück zwar einfach aber gut. Sogar mit frischen Waffeln und Pancakes konnte es aufwarten. Nach dem Frühstück müssen wir erst mal den Rucksack komplett ausräumen und alles säubern: Eine Milchpulver-Packung ist offensichtlich beim Flugzeugtransport aufgeplatzt. Ziemlich unagenehem das Ganze. Das Pulver beißt sich regelrecht fest. Um kurz nach 12 geht’s dann endlich in die Stadt – natürlich zu Fuß zum Eingewöhnen. Dort mussten wir noch einiges besorgen: Ersatzmilchpulver, Zahnbürste, Mülltüten, einen Behälter für den Rum und den Spiritus (Rödsprit) an der Tankstelle. Am Nachmittag haben wir eine richtig leckere Steinofenpizza bei Gamla Smidjan in der Laekjargata 8 gegessen. Empfehlenswert! Dann ging’s zurück ins Hotel und ne Runde schlafen. Zuvor gab’s an der Rezeption nen kleinen Schock, weil der Telefon-Service bei Expedia für die zweite Nacht ein anderes Fosshotel gebucht hat und wir noch nicht ausgecheckt hatten! Dabei wusste ich nix von einem anderen Hotel; so war das nicht geplant. Zum Glück ließ sich das schnell und unkompliziert lösen.
Am Abend gingen wir los um Essen zu gehen. Ob die uns wohl mit den (immerhin noch sauberen) Trekkingklamotten überall reinlassen würden? Sehr zentral haben wir dann ein Restaurant mit gutem, aber nicht überteuertem Essen gefunden. Wir hatten bestes, Isländisches Lamm und nen spitzen Lachs. Als Nachspeise gab es das leckere Skyr mit Heidelbeeren. Also kochen können die Isländer…

Tag 3: Auf nach Isarfjördur (So, 15.08)

Flugzeug nach Isarfjördur

Flugzeug nach Isarfjördur

Schon wieder Hektik am Morgen: Aufstehen, Rucksäcke packen, Frühstücken, auschecken und kurz vor 9:00 Uhr beim Whale Watching Center parade stehen. Es geht zu einer “Whale & Puffin Watching Tour”. Es war verdammt windig an dem Tag – später sogar ziemlich verregnet. Sehr unangenehm auf See. Puffins (Papageientaucher oder auch Lundi auf Isländisch) haben wir sehr viele gesehen, Wale leider bei dem Wetter nur sehr wenige.

In Isarfjördur angekommen

In Isarfjördur angekommen

Gerade einmal ein paar mal den Rücken von kleinen Minky-Whales.
Danach sind wir im Café-Paris Essen gegangen: Tee, Muschelsuppe und Burger. Lecker! Noch ein wenig Stadtbummeln und dann zurüc zum Hotel: Rucksäcke und Taschen holen und zur BSI Zentralbusstation. Dort haben wir beide Taschen für die zweite Tour eingelagert. Ca. 7500 ISK kostet der Spaß für 8 Tage (geht nach Gewicht). Aber unsere Nahrungsmittel für die 2. Tour müssen ja auch irgendwo hin (und sicher nicht auf den Rücken, wenn wir sie nicht brauchen).

Um 17:00 Uhr ging der Flieger nach Isarfjördur. Kaum gestartet, landet man schon wieder mit einem atemberaubendem Manöver. Es ist bewölkt, aber immerhin regnet es nicht. Und es ist tatsächlich hier im Norden wärmer! Ein Shuttle bringt uns für 500 ISK p.P. ins Stadtzentrum – soweit man das Zentrum nennen darf. Spiritus gab’s an der Tankstelle (denn den mussten wir vor dem Flug leeren). Zum Abendessen gab’s Globetrotter Lunch Nudelpilztopf “Försterin” – sehr gut!

Tag 4: Von Isarfjördur bis Hornvik (Mo, 16.08)

Im Wassertaxi nach Hornvik

Im Wassertaxi nach Hornvik

7:00 Uhr, der Wecker klingelt. Uff, schon wieder Zeitdruck. Frühstücken, oacken und ab zum Büro von Vestirtours. Wir werden per Jeep nach Bolungarvik gefahren. Dort wartet ein Boot auf uns, das uns in ca. 3h Farhtzeit nach Hornvik bringt. Die Fahrt war aufregend: Große Wellen, ordentlich schaukelndes Boot bei rauher See. Der Kapitän hat uns etwas über die Strömungen und das Wetter erzählt: Bei richtig schlechtem Wetter kann es sein, dass man auf der Nordseite (in Hornvik) nicht abgeholt werden kann. Auf der Südseite (z.B. in Hesteyri) jedoch kann man immer mit dem Boot abgeholt werden.

Furtstelle auf dem Weg zum Horn

Furtstelle auf dem Weg zum Horn

Nachdem wir in Hornvik angekommen sind, wurden wir mit einem Schlauchboot ans Ufer gebracht. Ein Seehund fand das offensichtlich recht aufregend und guckte uns neugierig zu. Dann haben wir das Zelt aufgeschlagen und sind etwas den schwarzen Strand entlang geschlendert. Wir wollten noch hoch zum Horn. Leider hatten wir weder Watschuhe noch ein Handtuch dabei. Wir hätten eine etwa 200m breite Furt durchqueeren müssen. Also drehten wir um, gingen zurück zum Zelt, packten alles nötige ein und liefen wieder zur Furt. Es verging erst mal ordentlich Zeit bis wir eine passende Furtstelle fanden. Nachdem furten – was das erste Mal für uns war – fand Sabrina das Ganze eigentlich ganz cool; ich auch. Fast wie eine Kneipp-Kur. ;) Also Schuhe wieder anziehen und weiter vorbei an schönen Wasserfällen und spannenden Steingebilden vermutlich aus vergangenen Wikinger(?)-Zeiten.

Irgendwann kamen wir an zwei Sommerhäusern vorbei. Keiner war da. Es sah drinnen durchaus nett und gemütlich aus. Ab jetzt ging’s bergauf. Recht anstrengend und ziemlich lange. Oben angekommen standen wir in dickem Eisnebel. Man konnte keine 10m weit gucken – geschweige denn vom Horn. Alles war von einer dicken Nebelsuppe umgeben. Die Temparatur nahm schlagartig ab, so daß sich sogar Eis an unseren Trekkingstöcken bildete. Da wir keine Hoffnung hatten, dass sich das Horn in der nächsten Viertelstunde lichten würde, gingen wir nach einer kurzen Teepause zurück. Der Weg war größtenteils weglos und daher auch zurück noch ziemlich anstrengend.

Schöner Wasserfall auf dem Weg zum Horn

Schöner Wasserfall auf dem Weg zum Horn

Junge, raufende Polarfüchse

Junge, raufende Polarfüchse

Am Zelt angekommen, konnten wir als Entschädigung eine Gruppe junger Polarfüchse beobachten. Sie spielten teilweise sogar miteinander. Wenn sie spielten erinnerten Sie irgendwie an jungen Katzen und Hunde. Später erfuhren wir, dass sie etwa 3 Monate alt sein mussten.

Es war bereits 21:30 und wir waren regelrecht am verhungern. Es stand Globetrotter Lunch Nudel-Kräuter-Sahnesoße mit Lachs auf dem Speiseplan. Die Nudeln schmeckten irgendwie zerkocht, aber ansonsten war das Gericht geschmacklich nicht schlecht. Dafür gibt’s die Note 2-. Danach haben wir uns schwarzen Tee mit Rum zubereitet. Mmh, das war gut. Etwas Rum auf so einer Tour dabei zu haben ist schon was feines. Danach hat uns der Schlaf ziemlich schnell übermannt. Morgen ging es endlich richtig los!

Tag 5: Von Hornvik nach Hloduvik (Di, 17.08)

Es regnet. Schon wieder. Oder immer noch? Heute haben wir deshalb gemütlich ausgeschlafen. Immerhin ein Fortschritt: Kein Stress. Heute morgen gab’s leckeres Kokos-Schoko-Müsli. Dann hieß es Sachen packen und los – im Regen. Immer an der Küste entlang; recht nah am Meer über verblocktes, steiniges Gelände. Zwischendrin musste eine steile Rinne mit Hilfe eines Seils hochgeklettert werden. Der Weg führte dann am Rande der Klippen entlang. Immer weiter nach oben in Richtung des Bergpasses. Es wäre vermutlich eine traumhafte Landschaft gewesen, wenn es nicht so nebelig gewesen wäre. Die Anstrengung zum Pass hinauf haben wir zusammen mit zwei deutschen Kerlen unternommen. Und wieder: Theoretisch traumhafter Talblick. Tatsächlich: Nebel. Sehr ärgerlich! Also gingen wir weiter. Auf einem Plateau entland und dann einen steilen Abstieg entlang. Danach kommt man an einem Sommerhaus vorbei. Der Zeltplatz liegt ca. 1km weiter. Das dänische Pärchen war schon da und hat ein Feuerchen zum trocknen der Kleidung angezündet. Wir freuten uns auch schon auf das Feuer, doch leider fing es an zu regnen. Das war ja so klar. Also kochten wir Essen und gingen ins Bett. Heute gab es Globetrotter Lunch Balkan Risotto. War echt gut,  bekommt die Note 1. Danach noch ein leckerer Oboj-Kakao mit Rum und der Schlaf rief ganz schnell. Nur der starke Wind und der heftige Regen machte uns vor dem Schlafen gehen noch etwas sorgen…

Das Etappen-Wetter:

Hornvik: Regen
Hloduvik: Regen

Tag 6: Von Hloduvik nach Hesteyi (Mi, 18.08)

Gegen 7:00 Uhr sind wir auf gewacht. Es regnete immer noch in strömen. Weiter gehen oder hier bleiben? Das war die Frage. Wir entschieden uns dafür hier zu bleiben und abzuwarten. Gegen 10:30 Uhr sind wir wieder aufgewacht. Es regnete immer noch, dazu kam noch, dass der Sturm immer schlimmer wurde. Es fühlte sich regelrecht so an, als ob jemand mit dem Fuß gegen die Zeltwand treten würde. Wir machten uns langsam sorgen um das Zelt. Also entschlossen wir uns doch aufzubrechen. Allerdings direkt nach Hesteyri, nicht wie ursprünglich geplant nach Fljotavatn. Das Zelt im Sturm zusammen zu packen, war eine Herausforderung für sich. Nachdem es tropfnass war, entschied ich mich dafür es außen am Rucksack anzubringen. Gegen 11:30 Uhr gingen wir los. Die erste Hürde war ein Fluss, der theoretisch gefurtet werden müsste, da er durch den Regen stark angeschwollen ist. Bei dem Wetter hatten wir keine Lust, die Schuhe auszuziehen und durch den eiskalten Fluss zu furten. Also gingen wir Flussaufwärts auf der Suche nach einer geeigneteren Stellen den Fluss zu überqueren. Zwei deutsche Jungs hatten die gleiche Idee und so gingen wir gemeinsam Flussaufwärts. Der “bequeme” Weg lag nur 10m weit entfernt auf der anderen Seite. Wir mussten jedoch durch anstrengendes Gelände gehen. Kurz vor dem Aufstieg in Richtung Pass haben wir mit Müh’ und Not eine immer noch sehr schwierige (und feuchte) Stelle zum überqueren des Kjaransvikura-Flusses gefunden. Jetzt ging es hinauf Richtung “Kjaransvikurskard”-Pass. Bei besserem Wetter wäre das sicher ein toller Blick bis zum Meer gewesen. Wir hatten leider nur Nebel. Der Weg war nahezu nicht erkennbar. Einige wenige Steinhaufen dienten als Orientierungshilfe. Inzwischen waren wir bis auf die Knochen durchnässt – trotz Gore-Tex-Jacke und Teflon beschichteter Regenhose. Der Wind blies so stark, dass wir stellenweise stehenbleiben mussten, um sich mit den Stecken abzustützen, weil wir sonst schlicht umgeht worden wären. Der Pass selbst war ein steiler Aufstieg durch wegloses Geröll und Felsblöcke. Im Nachhinein betrachtet war die Situation bei dem Sturm in dem Geröll und den steilen Felsen ziemlich kritisch und vermutlich stellenweise lebensgefährlich. Der höchste Punkt liegt auf 465 Höhenmetern. Der Abstieg danach war fast noch schwieriger zu finden und mindestens genauso steil. Direkt nach dem Abstieg hat uns ein weiterer Fluss (vermutlich Fjardora) den letzten Nerv geraubt. Er war so stark angeschwollen, dass er auch hätte gefurtet werden müssen. Die Strömung war allerdings so stark, dass auch das schwierig und gefährlich geworden wäre. Furten kam nicht in Frage, also suchten wir stromaufwärts eine Stelle, um von Stein zu Stein den Fluss zu überqueren. Eigentlich gab es keine geeignete Stelle. Wir wollten aber unbedingt weiter, also suchten wir. An einer Stelle, an der sich der Fluss in mehrere Arme auffächerte wählten wir einen Zick-zack-Kurs. Lieber mehrere kleine Probleme, als ein Großes. Lediglich das letzte Stück war nicht trockenen Fußes zu meistern. Das GPS zeigt schon 11km Strecke. Das Ziel war aber noch weit entfernt. D.h. wir haben mit der Sucherei jetzt und heute morgen ordentlich Zeit und Weg verplempert. Sabrina war plötzlich fest entschlossen so schnell wir möglich anzukommen und legte ein wahnsinniges Tempo vor – trotz des schwierigen, steinigen Geländes. Es ging durch eine Steinwüste und irgendwann Richtung Bucht hinunter. Die kl. Häuseransammlung hat man schon von oben gesehen. Bald waren wir da. Völlig durchnässt und bei starkem Wind mussten wir das Zelt irgendwie aufbauen. Als es schließlich stand, mussten wir erst mal sämtliche Klamotten ausziehen; alles war nass – sogar die Unterwäsche. Wir haben uns abgetrocknet und in den Schlafsack gekuschelt. Und bald wurde es uns wieder schön warm. Der Schlaf übermannte uns recht schnell…
Gegen 22:00 Uhr wachten wir auf. Ziemlich hungrig. Aber wir fühlten uns viel besser. Heute war die Zeit reif für einen leckeren Globetrotter Lunch Elchfleisch Gourmet-Eintopf. Klare Note 1. Das GPS veriert uns: Wir hatten an diesem Tag 1575 Höhenmeter Aufstieg, 19,5km Entfernung bei im Schnitt 3,3 km/h und max. 9,4 km/h in 5:50h reiner Gehzeit zurück gelegt. Und das spürten wir auch im ganzen Körper… plus Sturm und Dauerregen, war das ein echter Höllentag. Es gibt von diesem Tag auch kein einziges Foto.

Etappen-Daten:

Entfernung: 19,5km
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 3,3 km/h
Maximale Geschwindigkeit: 9,4 km/h
Höhenmeter: 1575 hM
Wetter – Hloduvik: Regen :(
Wetter – Hesteyri: Regen :(

Tag 7: Hesteyi und Umgebung (Do, 19.08)

Heute morgen lächelte uns endlich die Sonne an. Nur wenige Wölckchen waren am Himmel. Kaum zu glauben. Endlich! Gegen 9:30 Uhr sind wir aufgewacht. Erst mal gemütlich einen Kaffee gemacht und mit dem restlichen, warmen Wasser die Milch für das Müsli aufgelöst. Auch die Schokolade im Müsli hat sich etwas aufgelöst. So hat es noch besser geschmeckt und es gab keine Milchpulver-Klümpchen mehr. (Notiz für uns – unbedingt merken!) Danach haben wir uns aus den Trekkingstöcken eine Wäscheleine konstruiert. Ziemlich praktisch diese Stöcke. Im Anschluss brachen wir zu einem kleinen Spazierungang in Richtung (SW) Nóngilsjall auf. Von dort hat man einen tollen Blick in die Fjorde im Jükilfirdir-Bereich bis zum Drangajökull-Gletscher. Bei Sonnenschein wirklich mal eine Belohnung für die Torturen der letzten Tage. Sabrina hat auf dem Weg und vom Zelt aus noch Jagd auf Seehunde und Vögel gemacht; natürlich mit dem Fernglas. Sie war hellauf begeistert von den Seehunden, die immer aus dem Wasser lugten und scheinbar recht neugierig waren; sich aber nicht heran trauten. Jetzt gibt’s noch Globetrotter Lunch Chili con carne. Note 3-, da geschmacklich ok, aber die Konsistenz zu flüssig war.

Wetter – Hesteyri: Sonne! :)

Tag 8: Von Hesteyi nach Isarfjördur (Fr, 20.08)

8:00 Uhr, die Uhr piepst. Es regnet – oh nein! Nicht schon wieder! Eigentlich wollten wir heute einen Tagesausflug machen; doch der fällt wohl sprichwörtlich ins Wasser. Wir legten uns wieder auf’s Ohr. 10:30 – wir werden wieder wach. Immer noch schlechtes Wetter. Die Stimmung ist wieder im Keller. Nichts ist beim Trekking unangenehmer als schlechtes Wetter. Man hat einfach nichts von der Natur; dann doch lieber Mückenschwärme im Juni/Juli. August ist definitiv nicht optimal für den Norden Islands.
Gegen 15:15 kamen unsere holländischen Nachbarn vorbei, um uns bescheid zu geben, dass das Boot schon da sei. Jetzt geht alles schnell – im Wind das Zelt zusammenpacken und ab zum Boot. Tatsächlich durfen wir jedoch erst ab 16:30 Uhr einsteigen. Wir hätten uns also gar nicht so hetzen müssen. Das Boot legte dann um 17:00 Uhr ab. Eine isländische Reisegruppe, die vor 2h wohl auch mit dem Boot angekommen ist, kam nun mit ihrer Führerin an Bord. Scheinbar werden von Hesteyi Ausflüge veranstaltet, um die Lebensweise der damaligen Einwohner zu verstehen und zu demonstrieren. Das Boot fuhr nicht direkt nach Isarfjördur, sondern in die Bucht nebenan. Angeblich sollen wir dort noch Passagiere aufnehmen. Der Bootsjunge fährt zu den drei Gestalten, die nur klein zu erkennen waren; kommt aber gleich wieder zurück. Das waren die falschen drei! Dann tauchen wo anders immer mehr Leute auf – ca. 7-8. Sie wollten eigentlich in Hornvik (unser Startpunkt der Tour) abgeholt werden, aber die See war zu rau. Mit dem Boot dort hin zu fahren war nicht möglich. D.h. sie mussten erst das Gebirge Richtung Süden überqueren, um in diese Bucht zu gelangen. Der Kapitän meinte auf der Hinfahrt nach Hornvik “We can’t get you out there on the north side of the mountains,if it’s stormy – in Hesteyri we can pick you up always”. Das “get you out there” hat nach den letzten Tagen an Bedeutung und Gewichtigkeit gewonnen. Es klingt wie “Wir bringen Sie schon irgendwie aus dem Kriegsgebiet raus – oder eben nicht, wenn es stürmt…”. Wenn man tatsächlich von der Halbinsel nicht weg kommt, es aber aufgrund des miesen Wetters unbedingt möchte, kann man die Worte des Kapitäns um ein vielfaches besser verstehen.
Nach einer Weile kamen wir in Isarfjördur an. Nachdem wir uns nach einer warmen Dusche sehnten, haben wir im Isarfjördur-Hotel eingecheckt – welches allerdings völlig überteuert ist. Leider fehlten uns die Alternativen. Die Pizzamit der Cola und dem kühlen Bier taten nach den Strapazen richtig gut. Zivilisation.

Tag 9: Isarfjördur (Sa, 21.08)

Heute morgen gab’s im Hotel ein leckeres Frühstück. So umfangreich wie schon lange nicht mehr. Danach haben wir den Teil der Kleidung, die wir gestern Abend gewaschen haben notgedrungen mit dem Fön getrocknet. Bis auf die dicken Trekkingsocken war alles eigentlich sehr schnell trocken. Im Hotel gab es Internet: Dort haben wir gleich die Übernachtung in Reykjavik gebucht und dann ging’s nach dem Auschecken in die “Stadt” Isarfjördur. Nach 2h ist man allerdings schon komplett durch. Im Viking-Shop arbeitet eine nette, junge Dame aus Deutschland, die uns auch gleich ein paar Tipps gegeben hat. Am Abend sind wir auf Ihre Empfehlung in ein tolles Fisch-Lokal direkt beim Museum in Isarfjördur essen gegangen: Fangfrischer Fisch vom Morgen in Form eines vielfältigen Buffets. Toll! Und die Fischsuppe war absolute Spitzenklassen. Wenn die Isländer etwas können, dann ist es defintiv die Zubereitung von Fischsuppe.

Tag 10: Súdavik & das Arctic Fox Museum (So, 22.08)

Die Nacht im Guest-House war nicht gerade die Beste: Schnarchende Mitbewohner raubten uns den Schlaf! Zum Glück ging der gute Mann recht früh, so dass wir noch 2h schlafen konnten. So gegen 9 Uhr standen wir auf und frühstückten unser Müsli. Nachdem wir gestern den Tipp bekommen haben das Artic Fox Museum anzusehen, erklärten wir das zu unserem heutigen Tagesplan. Das Wetter lies mal wieder zu wünschen übrig – es regnete in strömen. Das Museum war allerdings in Súdavik. Ohne Auto ein kleines Problem, da am Sonntag auch kein Bus fuhr – aber kein Hindernis. Die Dame aus dem Shop meinte, sie würde immer trampen, wir sollten das auch so machen. Gesagt, getan. Also stellten wir uns mit Schild und ausgestrecktem Daumen in den Regen und hofften, das uns jemand mitnahm, Keine 10min. später hielt eine Frau mit Kind an und nahm uns mit. Die Fahrt dauerte ca. 15min, dann waren wir auch schon da. Das Museumwar früher mal ein altes Bauernhaus und wurde von einer Schweitzer Forscherin liebevoll umgebaut. Alles ist sehr herzlich dort und man erfährt viel über die kleinen Island-Bewohner. Angeblich gibt’s dort die besten Waffeln – das wollten wir natürlich testen! :) Bei einem Tässchen Kaffee und hausgemachten Waffeln ließen wir es uns gut gehen. Nach einem Plausch mit der “Angestellten” die uns noch einen heißen Tee ausgab, machten wir uns wieder auf den Rückweg – es regnete immer noch… Ein deutsches Paar, das Island mit dem Bus umrundete nahm uns mit. Nach einer heißen Dusche verbrachten wir den Abend im Guest-House.

Tag 11: Von Isarfjördur nach Reykjavik (Mo, 23.08)

Heute ging der Flieger zurück nach Reykjavik. 8:15 fuhr der Shuttle-Bus zum Flughafen, 9:05 ging der Flieger. Kaum gestartet, schnell einen Kaffee runtergekippt und schon setzte Propellermaschine Fokker-50 schon wieder zur Landung an. In Reykjavik sind wir zunächst zum BSI-Busbahnhof, haben unser Bus-Ticket gekauft und ein paar Fragen wg. dem Transport unserer Taschen geklärt und sind dann zur “Perle von Reykjavik” gegangen. Nachdem die Sonne raus kam, hatten wir von dort eine tolle Aussicht auf ganz Reykjavik. Auf die Aussichtsplattform kommt man auch ohne Eintritt zu zahlen. Einige Meter neben dem Perlan ist ein Geysir – oder genauer gesagt eine Nachbildung davon. Ab und zu spukt er auch – vermutlich bei einer Führung per Knopfdruck. Ins Saga-Museum im Perlan konnten wir nicht gehen, weil wir die großen Rucksäcke dabei hatten. Nachdem uns sowieso der Magen knurrte sind wir zurück Richtung BSI-Station gegangen. Die N1-Tankstelle dort in der Nähe hat neben einem Subway auch einen Serrano. Das ist quasi das gleiche wie Subway, nur das es anstatt Sandwiches mexikanische Burritos, Qussadillas etc. gibt. Der BBQ Burrito war echt lecker und sättigend. Den Rest der Zeit haben wir in der BSI auf einer Bank in der Sonne verbracht. :) Um 17:00 Uhr ging der Bus nach Skógar. Mit einigen Zwischenstopps kamen wir etwa um 20:00 Uhr am Skógarfoss an. Der Zeltplatz liegt direkt am Wasserfall. Praktisch! Heute Abend gab’s Globetrotter Lunch Beef-Stroganoff. Note 2+ – geschmacklich und von der Konsistenz her gut, aber nicht ganz das was ich unter Stroganoff verstehe. Um 22:30 gingen wir ins’s Bett. Schließlich soll es morgen zum Vulkanausbrauch am Fimmvörduhals gehen.